Der Wundenrosenkranz – viele Gnaden werden ihm nachgesagt

Der Wundenrosenkranz – viele Gnaden werden ihm nachgesagt

(Viele weitere Gebete finden Sie auch hier: Gebetssammlung katholisch)





Katholische Christen kennen neben dem wohl bekanntesten Gebet, dem Vater Unser, zahlreiche weitere überlieferte Gebete: so beispielsweise das Rosenkranzgebet oder das Angelusgebet. Unzählige weitere Gebete können dem Gotteslob der römisch katholischen Kirche, einem Gebetsschatz oder anderen Gebetssammlungen entnommen werden. Alleine das Rosenkranzgebet kennt neben seinen 20 gängigen Geheimnissen eine Vielzahl von Neben- und Sonderformen: beispielsweise den gnadenreichen Wundenrosenkranz, der auf die Visionen einer französischen Ordensschwester zurückgeht.


Sr. Maria-Martha Chambon – wer war sie?



Sr. Maria-Martha Chambon erblickte in Croix-Rouge, einem kleinen französischen Örtchen, am 06.03.1841 das Licht der Welt. Als ältestes von acht Kindern wurde sie auf den Namen Françoise (Franziska) Chambon getauft. Da ihre Familie sehr arm war, genoss sie keinerlei Schulbildung. Umso früher verspürte die junge Franziska den Ruf Gottes. 1862 trat sie bei den Salesianerinnen von der Heimsuchen Mariens in Chambéry als Postulantin ein. 1863 durfte sie als Maria-Martha einen weißen Schleier tragen, der Laienschwestern zugedacht ist. Mit 23 Jahren trat sie mit einem feierlichen Gelübde endgültig in den Orden ein.


Der gnadenreiche Wundenrosenkranz – Visionen einer frommen Schwester





Wie viele andere Gebete auch geht der gnadenreiche Wundenrosenkranz auf Privatoffenbarungen zurück. Überlieferungen zufolge soll Maria-Martha Chambon in Visionen von Jesus Christus mit der Aufgabe betraut worden sein, die Verehrung seiner schmerzhaften Wunden bekanntzumachen. Die Verehrung der Wunden könne für die Anliegen der Kirche, für die Gläubigen und ganz besonders für die Armen Seelen im Fegefeuer aufgeopfert werden, so die Verheißung.

Das vorrangige Ziel soll dabei die Bekehrung der Sünder sowie die Befreiung der im Fegefeuer weilenden Armen Seelen sein. Besonders erwähnenswert ist die über mehrere Jahre gehende Nahrungslosigkeit der Schwester sowie ihre Stigmata, die sie seit dem Herz-Jesu-Fest im Jahr 1874 aufwies. Schwester Maria Martha Chambon soll während ihres Ordenlebens zahlreiche Visionen, Offenbarungen und Verheißungen erhalten haben. Ihren Mitschwestern fiel sie durch ihren Arbeitseifer sowie durch ihr zurückhaltendes, liebevolles Wesen auf. Sr. Maria-Martha Chambon soll schon als 9-jähriges Kind Visionen gehabt haben. Dass ihre Offenbarungen bereits 1885 die bischöfliche Anerkennung erhielten, ist wohl nicht nur auf den Umstand zurückzuführen, dass die Schwester öffentliche Auftritte scheute und einen beeindruckenden Gehorsam der Kirche gegenüber aufwies. Das Wirken Gottes war im Leben der einfachen Schwester mehr als offensichtlich, denkt man alleine an die belegte Nahrungslosigkeit sowie an die Stigmatisierungen.


Gebetserhörungen, Heilungen und andere Gnaden



Kurz nach Sr. Maria-Martha Chambons Tod wurden erste Stimmen laut, die von wundersamen Gebetserhörungen, von Heilungen und von anderen Gnaden sprachen. Der Seligsprechungsprozess wurde im Jahr 1937 eröffnet, ist bis heute aber noch nicht abgeschlossen. Sr. Maria-Martha-Chambon-Anhänger haben aber auch weniger die Seligsprechung im Auge als vielmehr die Verbreitung der Verehrung der Fünf Wunden Jesu anhand des Wundenrosenkranzes, von dem es heißt, eine Seele, die unmittelbar vor oder nach der Beichte als freiwilligen Bußakt diesen Rosenkranz betet, deren Seele sei so rein wie bei der Taufe. Manche Quellen verweisen hier auch auf den Zusatz, dieser Rosenkranz solle mit dem Kostbaren Blut und den Leiden Jesu Christi zur Sühne für die eigenen Sünden aufgeopfert werden. Außerdem sollen betende Seelen jedes Mal einen Todsünder retten können, so oft sie sich dem gnadenreichen Rosenkranz als Bußakt annehmen.


Der gnadenreiche Wundenrosenkranz: So wird er gebetet






Anstelle des Glaubensbekenntnisses und der ersten drei Perlen betet man das folgende Gebet:


V= Vorbeter

A= Alle


V      

O Jesus, göttlicher Erlöser, sei uns und der ganzen Welt barmherzig!

A      

Amen.

V      

Heiliger Gott!

Heiliger, starker Gott!

Heiliger, unsterblicher Gott!

A

Erbarme dich über uns und über die ganze Welt!

V

Gnade und Barmherzigkeit, o mein Jesus, in der gegenwärtigen Gefahr.

Bedecke uns mit deinem Kostbaren Blut.

A

Amen.

V

Ewiger Vater, wir flehen dich an um dein Erbarmen durch das Kostbare Blut

deines viel geliebten Sohnes.

A

Amen.


Bei der größeren Perle, die jeweils einer Reihe von zehn Perlen vorausgeht, betet man:


V

Ewiger Vater, ich opfere dir die Wunden unseres Herrn Jesus Christus auf,

A

um die Wunden unserer Seelen zu heilen.


Bei den zehn kleinen Perlen betet man:


V

Mein Jesus, Verzeihung und Barmherzigkeit,

A

durch die Verdienste deiner heiligen Wunden.


Zum Abschluss des Rosenkranzes betet man dreimal:


V

Ewiger Vater, ich opfere dir die Wunden unseres Herrn Jesus Christus auf,

A

um die Wunden unserer Seelen zu heilen.